Ich hab eigentlich schon früher oft mit dem KDE Desktop geliebäugelt und auch immer wieder installiert, meistens aber nach kurzer Zeit wieder durch den Gnome Desktop ersetzt. Beim KDE gefällt mir das Design und die Funktionalität, leider lief das alles auf meinen Rechnern nie wirklich stabil und schon gar nicht schnell – da war Gnome immer im Vorteil.
Jetzt gibt es seit einiger Zeit KDE 4 und Gnome 3 und ich dachte mir, es ist an der Zeit meinen Rechner zu aktualisieren. Meine Wahl fiel auf LinuxMint. LinuxMint ist schick, fortschrittlich und erprobt und aus meiner Sicht so ein bisschen der „Apple“ unter den Ubuntu-basierten Linux-Distributionen. Erneut habe ich zuerst dem KDE Derivat den Vorzug gegeben.
Nach der Installation habe ich etwas Zeit gebraucht, um mich mit der „verbesserten“ Ergonomie anzufreunden. Danach fand ich Features wie z.B. Aktivitäten etc. doch sehr hilfreich. Und – subjektiv betrachtet – hat man schnell einen ansprechenden Desktop gezaubert. Was mir nicht so gut gefielt war, dass der Desktop immer wieder „einschlief“. Egal welche Tasten und Kombinationen ich drückte, der Desktop hatte keine Lust zu reagieren. Das ist mir auf meinem Dell Vostro 13 und auf meinem Acer Aspire 9300 Laptop relativ oft passiert.
Irgendwann war ich so genervt, dass ich mich entschied doch wieder auf Gnome umzusteigen. Ein professionelles Arbeiten ist mit dem KDE Desktop auf LinuxMint 12 aus meiner Sicht nicht möglich, da man ständig durch das Einfrieren des Desktops behindert wird. Dieses – harte – Urteil fällt mir schwer, da sicherlich viel Arbeit und oft auch Freizeit investiert wurde. Aber was hilft es, wenn man damit nicht arbeiten kann?
Meine Erfahrungen mit Linux sind fast durchweg positiv, aber sobald der Window-Manager ins Spiel kommt, lässt es schnell nach. Ich frage mich, egal ob Gnome, KDE, oder Unity, wo diese teilweise „genialen“ Ideen herkommen. In Unity und Gnome darf ich nichts mehr auf meinem Desktop platzieren, weil sich das nicht so gehört. Jeder sollte wissen, wo er seine Applikationen installiert hat. Ich kann nicht mehr einfach einen Doppelklick auf „LBreakout“ auf dem Desktop machen, nein, ich muss jetzt „LBreakout“ suchen, um es starten zu können.
Mit dieser Einstellung, diesem Diktieren, wird man ganz schnell gegen Windows verlieren. Mir ist es wichtig schnell und effektiv arbeiten zu können. Ich lass‘ mir von keinem vorschreiben, wie ich meinen Desktop zu gestalten habe. Da geb‘ ich lieber ein paar Euro aus und weiß dass es funktioniert. Wenn man sich die Foren im Internet durchliest, kommt immer wieder die Frage: „Warum kann ich meinen Desktop nicht selbst organisieren ?“. Und die ganzen Schlauberger erzählen, weil irgendwann jemand gesagt hat, dass das so sein muss. Wo ist denn bitte die „Freiheit“ geblieben? Mir muss niemand erzählen, wie ich meine Arbeit und damit u.a. meinen Desktop zu organisieren habe. Ich kann das schon selbst.
Diese „Experten“ sind komplett „schmerzbefreit“, ohne zu denken geben sie vor, wie andere (Tausende und Hunderttausende) zukünftig zu arbeiten haben, weil das Ihrer Meinung nach produktiver ist. Das erinnert mich an die ganzen Ernährungsexperten, die auch jahrelang behauptet haben, dass man keine Eier essen soll, weil sonst der Cholesterin-Spiegel steigt, um irgendwann festzustellen, dass das voll die Grütze ist, was sie da erzählen. Wissenschaftlich wäre, zumindest wie ich es kenne, an einer repräsentativen Anzahl von Benutzern, meine Theorie zu erproben und bestätigen zu lassen – das ist scheinbar nicht mehr notwendig.
Ich wünsche mir einen stabilen KDE4 Desktop, das Gnome3 wieder wie Gnome2 funktioniert und, dass Ubuntu den Unity Desktop noch einmal überdenkt und vielleicht dem Benutzer mehr Möglichkeiten bietet den Desktop individuell zu gestalten.
Danke! Das musste ich einmal loswerden!