Post-It ist kein wirklicher Tapetenersatz und nur bedingt „mobil“, zumindest verliert es zunehmend die „Post“ Eigenschaft, wenn es allzu oft den Ort wechselt. Zudem ist der Überblick, ab einer bestimmten Anzahl von Notizen, nur eingeschränkt möglich – ganz zu Schweigen von einer Suchfunktionalität. Was liegt da also näher, Notizen und sonstigen Weisheiten einem Computer anzuvertrauen, auf dass er sie für alle Ewigkeiten festhalte, kategorisiere und schnell auffindbar mache.
Es gibt eine Reihe von Programmen, die sich mehr oder weniger dieser Aufgabe widmen. Einer meiner bisherigen Favoriten war „OneNote“ von Microsoft. Trotz meiner Abneigung, die ich aus verschiedensten Gründen gegenüber dem Hersteller dieses Programms hege, muss ich sagen, hier ist ihm wirklich ein geniales Programm gelungen. Einfach zu bedienen und perfekt an Windows und alle Programme dieses Herstellers angepasst. Dummerweise gibt es das Programm nur für Windows und (eingeschränkt) für iOS und es ist kommerziell.
Auf die mir bisher am Besten erscheinende Alternative, bin ich heute zufällig durch folgendes Tweet gestossen: „Toolbox: Zim Desktop Wiki„. Das Schöne: es ist kostenlos und sowohl auf Windows, wie auch auf Linux verfügbar. Nach meinem ersten Eindruck kann man Kategorien beliebig verschachteln und auch der Umfang ist nur durch die Festplatte begrenzt. Es ist, wenn man auf die Windows-spezifischen Features von OneNote verzichten kann, ein vollwertiger Ersatz und nennt sich „ZIM„.
Um eine wirkliche Mobilität zu erreichen, habe ich mir irgendwann angewöhnt, meine Notizbücher in meinem Dropbox-Konto zu speichern. Das hat mit OneNote perfekt funktioniert. Ich konnte von jedem meiner Windows-Rechner auf die Notizbücher zugreifen. Testweise habe ich mir ein paar Notizbücher für ZIM auf meinem Dropbox-Konto abgelegt. Auch hier funktioniert der Zugriff sowohl von Lubuntu, als auch Windows problemlos.
Eine weitere positive Eigenschaft von ZIM ist das problemlose Copy&Paste von Bildern, Screenshots etc. Warum ich das so betone? Einige der anderen Programme tun sich, insbesondere auf Linux schwer, von der Zwischenablage, Bilder in einen Artikel einzufügen. Oft wird man genötigt, die Bilder erst zu speichern, um sie dann über umständliche Routinen einzufügen. Etwas unausgereift finde ich persönlich die Formatierungsmöglichkeiten: in der von mir verwendeten Version (0.56) kann man beispielsweise nicht beliebige Schriftarten auswählen. Allerdings stellt sich meinerseits die Frage, ob das für ein Notizbuch respektive Wiki, notwendig ist? Das muss ich mir noch überlegen 😉 Andererseits bietet ZIM alle Eigenschaften, die ich von einem Notizbuch/Wiki erwarte:
- schnelle Eingabe ansprechender Artikel
- Suchfunktionalität
- beliebig kategorisierbar
- Mobilität (z.B. Cloudfunktionalität, wie Dropbox etc.)
- sinnvolle Plugins (Rechtschreibprüfung, Kalender etc.)
- muss nicht sein, hat es aber: Versionskontrolle der Ariktel
- günstig bzw. kostenlos
- möglichst unabhängig vom Betriebssystem
- WYSIWYG, also GUI, die darstellt, was am Ende herauskommt
Sollte sich das Programm als mein Favorit herausstellen, werde ich auch gerne meinen freiwilligen Beitrag leisten: http://zim-wiki.org/contribute.html.
Anbei ein paar Screenshots:


